Lagerbericht 2015 – Tag 4: Monsunzeit

Erschienen am 17. August 2015 in Lagerblog

Rückblickend betrachtet war der zweite Tag im Lager fast langweilig. Morgens stand der obligatorische Punkt „Lagerbauten“ an. Es mussten ein Lagerkreuz und ein Unterstand für Regen während den Wimpelwachen gebaut werden. Keiner konnte ahnen, wie wichtig der Unterstand tatsächlich werden würde. Es wurden aber auch Mülleimer und Schilder für Duschen und Toiletten gebastelt. Jeder konnte sich kreativ ausleben und so stand zum Mittag ein tolles buntes Lager.

Nachmittags musste dann jeder noch einmal auf’s Rad steigen. Das Leitersuchspiel führte alle in die Dinklager „Innenstadt“ Dort musste ein mutmaßlicher Mörder enttarnt werden. Eine Aufgabe, die Geschick und Kombinationsvermögen gleichermaßen erfordert. Am Ende konnten aber alle Gruppen das Rätsel lösen und der Mörder wurde gefasst.
Abends durften sich dann die Leiter noch einmal zum Horst machen. In der Show „Schlag den Leiter“ konnten die Kinder einmal richtig zeigen, wer im Lager die Hosen an hat. Mit einem denkbar knappen Ergebnis von 10:9 haben die Leiter allerdings doch ihre Ehre verteidigen können, was der Stimmung jedoch keinen Abbruch getan hat.

Der folgende Sonntag stand nun jedoch von Beginn an unter keinem guten Stern. Den ganzen Tag schon war es diesig und regnerisch. Das hält einen Pfadfinder aber natürlich nicht auf. Voller Elan wurde das geplante Programm angegangen. Begonnen wurde der Tag mit einem Rollenspiel á la Star Wars. Die Leiter haben sich mit viel Mühe in bekannte Figuren aus der Filmreihe verwandelt und mit den Kindern eine tolle Geschichte nachgespielt.

Am Nachmittag gab es dann noch den Verkehrtrumtag. Die Kinder haben Stationen betreut, an denen die Leiter viele anstrengende und auch ekelige Aufgaben erledigen mussten. Die eigenen Leiter einmal auf den Prüfstand zu stellen, gefällt den Kindern natürlich besonders gut.

Der Abend hat dann jedoch eine unschöne Überraschung bereit gestellt. Während der abendlichen Lagerrunde mit Spiel und Gesang brach über uns ein gewaltiges Unwetter herein. Binnen kürzester Zeit kamen ca. 70 Liter Regen pro Quadratmeter auf uns nieder. Da kapituliert auch der beste Zeltplatz und der Rasen stand in weiten Teilen knöcheltief unter Wasser. Dass dann auch die meisten Zelte nicht trocken bleiben, kann man sich leicht vorstellen.

Kurzum hat ein Krisenteam der Leiterrunde, das speziell auf solche Notfälle vorbereitet ist, eine geordnete „Evakuierung“ der Kinder aus den Zelten in die angrenzende Schützenhalle veranlasst. Einige Leiter hat es besonders schlimm erwischt. Eine der zwei Jurten, in denen die Leiter traditionell schlafen, hat dem Regen nachgegeben und ist kurzum zusammen gebrochen. So lag dann leider sämtliches Gepäck im offenen Regen. Fast alle Kinder sind von dem Schicksal allerdings verschont geblieben. Die Leiter haben in Windeseile alle Schlafplätze und Gepäck ins Haus geschafft. Wer dennoch einen nassen Schlafsck hatte, dem wurde mit Decken geholfen, die von allen Kindern und Leitern des Stammes zusammen gesucht und geteilt worden sind.

Die Nacht haben die Kinder dann in der Schützenhalle verbracht, da die meisten Zelte leider unbewohnbar waren. Trotz all des Stresses und der doch recht brenzligen Situation haben alle Kinder und Leiter Ruhe bewahrt. Eine tolle Feststellung ist, dass jeder in dieser Notsituation bereit war, denjenigen zu helfen, die es schlimmer erwischt haben. 

Am heutigen Montag konnte nun sämtliches Gepäck durchsucht werden, um zu sehen, wie viel der Klamotten noch brauchbar ist. Ein Sprinter der Firma Gehlenborg hat dann sämtliches Gepäck mit nach Lindern genommen und abends auch neues Gepäck wieder ins Lager gebracht, das die Eltern nach einem Anruf vorbei gebracht haben.
Nun galt es, die Schäden des Vortags zu beseitigen. Die gefallene Jurte hat einen Trocknungsplatz bei einem benachbarten Bauern gefunden und einige Leiter haben sich um die vielen überfluteten Zelte gekümmert. Um die Gemüter ein wenig zu beruhigen und auch ein wenig Freiraum zum Arbeiten haben wir den Lagerbetrieb kurzerhand ausgelagert und sind mit allen Kindern ins Nettebad nach Osnabrück gefahren. Nach einem tollen Nachmittag verbleiben die Kinder noch eine Nacht im Haus, da auch für diese Nacht wieder ein ähnliches Unwetter gemeldet ist.

Alle Kinder sind wohlauf und freuen sich, bald wieder in ihre Zelte zu können. Mit neuen trockenen Klamotten kann das Lager dann jetzt auch in die zweite Hälfte starten.

Tobias Käter

Tobias Käter

Seit 1998 und immer noch gerne dabei. Wenn auch eher in passiver Funktion, unterstütze ich den Stamm, wo ich kann.

 

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